Hauptberuflich Selbstständig

Blogparade: Warum ich gar nicht hauptberuflich selbstständig sein will

Heute habe ich auf SelbständigImNetz von der Blogparade zum Thema Neben- oder hauptberuflich selbstständig im Netz gelesen. Da habe ich mich doch gleich angesprochen gefühlt. Aber warum ich gar nicht hauptberuflich selbstständig sein möchte, erfährst du in diesem Artikel.

Ich liebe meinen Job! Eigentlich könnte ich jetzt mit dem Beitrag aufhören und hätte schon fast alles gesagt.

Nein, ganz ehrlich. Ich liebe meinen Job als abgestellter Webentwickler. Und das nicht nur weil ich finanziell besser abgesichert bin. Das Projekt an dem ich mitarbeite, ist eine große Landmaschinenbörse mit mehr als 70.000 Besuchern pro Tag. In der Hochsaison haben wir mehr als 100.000 Besucher pro Tag. Die Erfahrung, die ich dort machen kann, ist einmalig. Jede Entscheidung hat direkte Auswirkung auf viele Benutzer. Eine Umstellung von PHP 5.3 auf 5.6 hat der Plattform einen mega Boost gegeben. Das hätte ich mit einem anderen Projekt nur schwer erreichen können.

Sehr gutes Arbeitsklima

Und da wären dann noch die Kollegen. Das Team in dem ich arbeite ist klasse. Eine homogene Truppe, in der es keinen Ausreisser nach oben oder unten gibt. Und die Stimmung untereinander ist fabelhaft. Vielleicht hilft auch das tägliche kleine Kicker Turnier. Aber hauptsächlich ist es die Arbeit, die verdammt viel Spaß macht.

Auf der anderen Seite habe ich mir nebenberuflich durch meinen Blog und ein paar Nischenseiten einen kleinen Nebenverdienst geschaffen. Nicht wie andere um selbstbestimmt zu arbeiten, sondern einfach um etwas nebenbei zu machen. Quasi wie ein Hobby, nur mit kleinen Einnahmen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich anfangs mit dem Gedanken gespielt habe, das hauptberuflich zu machen. Das ist aber schon einige Jahre her und mittlerweile weiß ich, dass es gut so ist, wie es ist.

In der Blogparade gab es ein paar Fragen oder Anregungen, die ich gerne aufgreifen möchte.

Womit willst oder hast du dich neben- oder hauptberuflich selbständig gemacht?

Ich betreibe diesen Blog hier und ich habe verschiedene Nischenseiten zu den unterschiedlichsten Themen. Dabei sind auch reine Produkt Nischenseiten und Informationsseiten zum Thema Fitness zum Beispiel. Die Informationsseiten haben immer ein Thema, dass mich auch interessiert. Das ist eine super Abwechslung zu den Produkt Nischenseiten, die ja doch schon recht trocken sind.

Warum hast du dich neben- oder hauptberuflich selbständig gemacht?

Zuerst als Hobby, dann auch darüber nachgedacht es hauptberuflich zu machen. Am Ende aber dann entschieden, dass ich einen sehr guten Job habe und nicht in einem Hamsterrad lebe, wie es andere vielleicht empfinden. Es kommt kaum vor, dass ich morgens zur Arbeit fahre und mir denke: „Eigentlich hast du heute keine Lust“. Sobald das regelmäßig passiert, würde ich mir was überlegen.

Hast du deinen Arbeitgeber informiert?

Ja! Und zwar direkt bei der Einstellung habe ich eine Zusatzklausel in meinen Arbeitsvertrag schreiben lassen. Ich finde es ganz wichtig, dass mein Arbeitgeber darüber Bescheid weiß. Das ist für meinen Arbeitgeber auch eher ein Vorteil, weil ich in meiner Freizeit Sachen lerne, die meinem Beruf zugute kommen. Also ich unterstütze meine hauptberufliche Arbeit noch durch meine nebenberufliche Tätigkeit.

Wie schaffst du den Balance-Akt zwischen Job, Familie und Gründung?

Das Schwierigste ist hier die Zeit im Griff zu haben. Wie jeder, habe auch ich nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Davon gehen ca. 9 Stunden für die hauptberufliche Arbeit und die Fahrt dorthin ab. Dann noch 7 Stunden Schlaf, insgesamt eine Stunde Abendessen. Da bleiben dann noch 7 Stunden für andere Sachen. Die Familie bekommt ihren Anteil und der Rest wird dann in Freizeit und nebenberufliche Tätigkeit gesteckt.

Welche positiven und negativen Erfahrungen hast du gemacht?

Zuerst die negativen Erfahrungen: Als ich angefangen habe mich nebenberuflich zu entwickeln, habe ich auch Hardware verkauft. Das war ein ganz gutes Geschäft, bis ich von einem Kunden betrogen worden bin. Der Kunde hat Notebooks und Monitore über seine eigene Firma bestellt, ich habe sie zu seinem Büro in ein Technologiezentrum gebracht und ihm die Rechnung ausgehändigt. Leider hat sich dann herausgestellt, dass der Mensch keine eigene Firma besessen hat, sondern das im Namen seines Bruders gemacht hat, der davon aber nichts wusste. Das Büro im Technologiezentrum war auch nicht seins, sondern fingiert. Da habe ich eine Menge Geld und auch viel Vertrauen verloren. Im Prinzip meine eigene Schuld. Seitdem lasse ich auch die Finger von Hardware. Die Gewinnspanne ist da generell nicht sehr hoch.

Obwohl die Erfahrung sehr negativ war, habe ich trotzdem weitergemacht, nur halt etwas anders. Ich habe mich auf Dinge konzentriert, die ich kontrollieren kann. Der Kontakt zu anderen Bloggern ist natürlich auch ein positiver Aspekt. Der Austausch untereinander ist mehr Wert als alles was man im Internet lesen kann. Bei einem Bier lässt es sich besser nachdenken und diskutieren.

Was waren oder sind deine größten Herausforderungen?

Da ich nicht hauptberuflich selbstständig bin, habe ich eigentlich keine sehr großen Herausforderungen. Wenn ich etwas erwähnen müsste, dann würde ich mich für das Texten entscheiden. Ich bin Webentwickler und dort auch eher Handwerker als Künstler. Vielleicht 80% Handwerker und 20% Künstler. Das reicht aber meistens nicht aus um gute Texte zu schreiben. Das mir das immer noch nicht so einfach von der Hand geht, stört mich schon etwas. Aber hier versuche ich einfach so oft wie möglich meine Schwächen zu meistern um besser zu werden.

Wagst du den Übergang in die Voll-Selbständigkeit?

Das hat bei mir nichts mit wagen zu tun. Ich möchte es einfach nicht und sehe auch in absehbarer Zeit keinen Grund es zu tun. Wie ich gerade mein Leben lebe ist gut. Wenn ich allerdings noch eine Herausforderung suche und es mit meinem Job nicht mehr passen würde, dann würde ich darüber nachdenken.

Welche Tipps hast du für zukünftige nebenberuflich Selbständige?

  1. Arbeitgeber informieren
    Dem Arbeitgeber sachlich erklären, dass man aus seinem Hobby einen Nebenverdienst machen möchte. Eventuell auch beschreiben, dass es für den Hauptjob von Vorteil ist. Und vor allem, dass es den Hauptjob nicht stört.
  2. Gewerbe anmelden
    Sobald du etwas machst um damit einen Gewinn zu erzielen, musst du ein Gewerbe angemeldet haben. Das kostet nicht viel und damit bist du immer auf der sicheren Seite.
  3. Hör nicht auf zu lernen
    Lernen, lernen und wieder lernen. Ausprobieren, scheitern, aufstehen und wieder ausprobieren. In den seltensten Fällen wird die erste Idee sofort ein Erfolg. Daher dran bleiben.
  4. Lese andere Blogs
    Sollte eigentlich klar sein, aber man kann nicht genug darauf hinweisen. Andere Blogger sind keine Feinde. Deren Ideen kannst du weiterentwickeln und daraus deine eigene Geschichte machen. Das heisst nicht, dass du kopieren sollst. Du sollst dich inspirieren lassen. Zum Beispiel von SIN.

Fazit – Nie war es einfacher sich selbstständig zu machen

Das Internet hat dafür gesorgt, dass sich quasi jeder selbstständig machen kann. Hausfrauen verkaufen auf Dawanda selbstgenähte Sachen, Hausmeister werden Marketing Experten und Köche haben ihren eigenen Food Blog. Nie war es einfacher sich mit einer Idee selbstständig zu machen.

Wenn du eine Idee hast, dann verfolge sie. Probiere es aus, scheitere wohlmöglich, aber lerne daraus und komme wieder. Dann machst du es besser. Scheitern ist nicht schlimm, liegenbleiben oder die gleichen Fehler wiederholen ist schlimm.

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Über den Autor Dirk Helbert

Dirk Helbert ist Senior Web Developer und interessiert sich leidenschaftlich für Nischenseiten und Online Marketing.

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