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Rechnungsstellung: In 4 Schritten eine Rechnung schreiben als Blogger

Bloggen ist heute längst nicht nur ein Hobby. Verdienst auch du Geld mit deinem Blog? Oder ist dein Blog mittlerweile sogar deine Haupteinnahmequelle? Dann solltest du dich spätestens jetzt mit einigen wichtigen Punkten zum Thema Rechnungsstellung befassen. Aber keine Sorge: Eine Rechnung schreiben ist nicht schwer – die wichtigsten 7 Punkte haben wir hier zusammengefasst:

1.) Wann musst du als Blogger eine Rechnung schreiben?

Egal mit welcher Art Blog du Geld verdienst – sei es ein Food Blog, ein Karriere Blog oder Lifestyle Blog – auch für dich als Blogger gelten die rechtlichen Regelungen für Gewerbetreibende.
Und das bedeutet: In gewissen Situationen musst du eine Rechnung schreiben. In der Regel dann, wenn du etwas verkaufst und dein Kunde selbst auch Unternehmer ist. Handelt es sich um deinen Kunden hingegen um eine Privatperson, ist eine Rechnung nicht zwingend nötig. Du kannst diese Einnahme auch ohne Rechnung ordnungsgemäß in deiner Buchhaltung erfassen.

Beispiel:

Max Mustermann verkauft über seinen erfolgreichen Marketing Blog das eBook „Marketingstrategie für kleine Unternehmen“. Der Buchhändler Luigi Lorenzo kauft ein eBook. Da es sich bei Herrn Lorenzo um einen Unternehmer handelt, muss Max Mustermann eine Rechnung ausstellen.

Tipp: Woher weißt du, ob dein Kunde Unternehmer ist oder Privatperson? Das erfährst du nur direkt von deinem Kunden – du solltest dies also im Bestellprozess standardmäßig abfragen.

2.) Die 6 wichtigsten Angaben auf deiner Rechnung

Bis jetzt habe ich nur erörtert, in welchen Fällen du eine Rechnung schreiben musst. Aber: Weißt du auch, wie eine Rechnung aufgebaut ist, damit sie Gültigkeit vor dem Finanzamt hat?

Zu den Pflichtangaben auf jeder Rechnung zählen:

  • Das Rechnungsdatum
  • Die Rechnungsnummer
  • Deine Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID
  • Deine Anschrift und die deines Kunden
  • Lieferdatum / Leistungsdatum
  • Art und Menge der Ware / der Leistung
  • Preis (Nettopreis, Umsatzsteuersatz, Umsatzsteuerbetrag, Bruttopreis)

Wichtig: Die Pflicht zur Umsatzsteuerauszeichnung gilt nur für umsatzsteuerpflichtige Regelunternehmer. Bist du hingegen Kleinunternehmer – beträgt dein Umsatz also weniger als aktuell 17.500€ pro Jahr – darfst du keine Umsatzsteuer auf der Rechnung anführen. Eine solche umsatzsteuerfreie Rechnung nennt man auch Kleinunternehmerrechnung.

3.) So geht’s: Rechnungen schreiben an Kunden im EU-Ausland

Musst du eine Rechnung schreiben, solltest du dich an die oben genannten Pflichtangaben halten – sofern dein Kunde seinen Sitz ebenfalls in Deutschland hat. Ausnahmen gelten dann, wenn du eine Rechnung an einen Kunden im EU-Ausland schreibst. Gerade, wenn du einen englischsprachigen Blog hast oder digitale Leistungen wie Ebooks zum Download anbietest, kann das durchaus öfter vorkommen.

Gewohnte Rechnungsstellung

Bist du umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer oder ist dein Kunde Kleinunternehmer/Privatperson, gilt: Du schreibst eine Rechnung so, wie du es immer tust. Sprich: Als Kleinunternehmer schreibst du eine Kleinunternehmerrechnung. Als Regelunternehmer eine gewöhnliche Rechnung mit Umsatzsteuer.

Reverse-Charge Verfahren

Sind du und dein Kunde hingegen beide umsatzsteuerpflichtige Regelunternehmer, tritt das Reverse-Charge Verfahren in Kraft. Nicht du, sondern dein Kunde muss dann Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen. Das bedeutet, dass deine Rechnung umsatzsteuerfrei sein muss. Zusätzlich musst du deineUmsatzsteuer-ID und die deines Kunden auf der Rechnung ausweisen. Und zu guter Letzt ist auf der Rechnung der Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ nötig.

4.) Einnahmequellen von Bloggern: Rechnung schreiben, ja oder nein?

Da du als Blogger auf unterschiedlichste Art und Weise Einnahmen generieren kannst, gehe ich hier näher auf die häufigsten Einnahmequellen ein. So weißt du künftig immer, in welchen Fällen du eine Rechnung schreiben musst.

Sponsored Posts (1) Gastbeiträge

Viele Blogger verdienen „ihre Brötchen“ unter anderem mit Sponsored Posts. Das bedeutet, du lässt ein Unternehmen, das einen Gastbeitrag auf deinem Blog veröffentlichen möchte, dafür bezahlen. In diesem Sponsored Post stellen Unternehmen z.B. ihre Produkte oder Leistungen vor oder schreiben einen Fachartikel zu einem unternehmensrelevanten Thema.
In diesem Fall musst du wie gewöhnlich eine Rechnung schreiben und sie dem Werbepartner zuschicken.

Sponsored Posts (2) Produktplatzierung

Eine zweite Möglichkeit von Sponsored Posts ist: Nicht das Unternehmen selbst verfasst einen Artikel auf deinem Blog – sondern du bewirbst deren Produkt oder Leistung. Food Blogger testen beispielsweise häufig Küchengeräte für ein Unternehmen und veröffentlichen dann einen gesponserten Testbericht. Ähnlich wie bei Gastbeiträgen musst du für deinen Aufwand auch hier eine Rechnung schreiben und sie entsprechend als Einnahme verbuchen.

Amazon Affiliate Programm und Google AdSense

Eine weitere interessante Einnahmequelle für Blogger ist das Amazon Affiliate Programm. Dabei bewirbst du Produkte, die auf Amazon erhältlich sind und verlinkst diese auf deinem Blog. Pro Klick erhältst du von Amazon eine Provision. Bist du Teil des Google AdSense Netzwerks, schaltet Google automatisch Werbeanzeigen auf deiner Website. Hier erfolgt ebenfalls eine Auszahlung pro Klick auf die Werbeanzeige. In der Regel stellen dir Amazon und Google einen Abrechnungsbeleg bzw. eine Gutschrift über die Höhe deiner Provision aus. Diesen erfasst du in deiner Buchhaltung als Einnahme. Eine Rechnung musst du dafür nicht schreiben.

Eigene Produkte: Ebooks, Memberships & Co.

Lukrativ ist auch der Verkauf eigener Produkte und Leistungen. Wichtige Einnahmequellen aus eigenen Produkten sind beispielsweise Ebooks, Online-Kurse, Membership-Seiten, Seminare oder auch physische Produkte. In diesen Fällen gilt: Du musst nur dann eine Rechnung schreiben, sofern dein Kunde Unternehmer ist.


Ein Gastbeitrag von Debitoor